44. Rheinmarathon

Am Tag der Deutschen Einheit, Samstag, 3. Oktober 2015, wurde der 44. Rheinmarathon, die größte deutsche Breitensportregatta, ausgetragen. Von Leverkusen nach Düsseldorf mussten die Teilnehmer 42,8 Kilometer rudern; und zwar auf dem Rhein. Insgesamt gingen 178 Mannschaften aus 95 Vereinen an den Start. Sogar aus Schweden, England, Frankreich reisten die Teilnehmer an, um sich der Qual auf dem Rhein zu stellen.

Wie schon im letzten Jahr nahmen die Steeler Ruderer mit zwei Booten teil. Allerdings gab es dieses Jahr eine Prämiere: zum ersten Mal in der Steeler Vereinsgeschichte wagten sich auch die Frauen auf die lange Reise. Das erste Boot bestand aus den Rheinmarathon-erprobten Ruderern Scott Prescott, Burkhard Wettig und Carsten Koschel sowie als Rhein-Rookie Damian Ender. Die Herren starteten im Herren-Lauf mit Mindestdurchschnittsalter 36. Im sogenannten Schicksen-Boot saßen Anika Stadje, die wir schon auf vielen Regatten bejubeln durften und die drei Quereinsteiger-Damen Anna Frohn, Anja Noack und Maren Koschel. Sie mussten in der offenen Frauenklasse starten.

Pünktlich um 7 Uhr am frühen Samstagmorgen trafen sich die beiden Mannschaften im Verein, von wo aus Ruderkamerad Frank Großnickel die Teilnehmer zum Start in Leverkusen brachte. Die Herren starteten im eigenen Boot "Steeler Krieger" und die Damen leihten sich ein Boot vom Crefelder Ruder-Club 1883 e.V. In Leverkusen angekommen wurden die Boote für den Rhein präpariert, denn ohne Pumpe, die das Wasser, das aufgrund der vielen Wellen ins Boot gelangt, wieder hinausbefördert, sollte keine Regatta auf dem Rhein angetreten werden, denn zum Schöpfen bleibt weder Zeit noch Kraft. Des Weiteren wurden die Boote mit Klebeband abgeklebt, um doch die eine oder andere Welle komplett aus dem Boot zu halten. Da die Damen schon um 9:40 Uhr starteten, halfen die Männer schnell mit; vermutlich auch, weil sie besser mit Werkzeug umgehen können und die Vorkehrungen schon mehrmals in der Vergangenheit getroffen hatten. Um eine Minute vor 11 Uhr ging es dann für die Steeler Männer an den Start.

Eine weitere wichtige und sinnvolle Sicherheitsregel ist, dass die Steuermänner für die Regatta Rhein-erprobt sein und die entsprechenden Steuermann-Patente vorweisen müssen. Leon Lauer vom Kölner Club für Wassersport e.V. steuerte die Damen; Holger Geister vom Wasser-Sport-Verein Düsseldorf, Rudergesellschaft von 1893 e.V. durfte mit den Steeler Männern auf den Rhein. Beide Steuermänner waren sehr hilfreich, die Steeler Boote zwischen den großen Binnenschiffen zu buxieren.

Da die Strömung, der Wellengang und der Schiffsverkehr des Rheins für die Ruderer aus Steele, die ihre meistens ruhige und verlässliche Ruhr schätzen, unbekannte Umstände sind, konnten sich die Frauen nur aus den Erzählungen der Ruderkameraden und durchs Anfeuern in den vergangenen Jahren ein ungefähres Bild von den Strapazen machen, die der Rheinmarathon mit sich bringt. Die Anfangsrechnung lautete, dass das Team bei mindestens 3 Stunden Ruderzeit und einer Strömungsgeschwindigkeit des Rheins von ca. 8km/h, ja eigentlich 24 Kilometer geschenkt bekommt und es somit nur 18 Kilometer zu rudern gibt. Die Frauen merkten schnell, dass diese Rechnung nicht aufgehen würde, zumal der Fluss am Samstag relativ wenig Wasser trug und die Strömung auch nicht die erwarteten 8km/h brachte.

Wie schon in den Vorjahren waren die Steeler Zuschauer ein sehr großes und jubelndes Grüppchen. Das beste Gefühl für die Ruderkameraden nach 42,8 Kilometern ist die freundlichen Gesichter zu sehen und ihren Zuspruch zu hören. Die Zuschauer waren froh, dass sie durch die neue Race App ihre Boote über die gesamte Strecke verfolgen konnten. Da hatte sich der Veranstalter, Ruderclub Germania Düsseldorf 1904 e.V., eine wirklich tolle und beruhigende Innovation einfallen lassen.

Die Steeler Frauen kamen nach 2:52:31 ins Ziel. Nie hätten sie mit einer solchen Zeit gerechnet, denn sie bezweifelten, dass sie überhaupt innerhalb der Wertungszeit von 3:30 Stunden ankommen würden. Schon die Zwischenzeit konnte sich sehen lassen: 1:10:06. Somit wurden sie zwar Letzte in ihrer Klasse, was aber für alle verständlich war, und 153. im Gesamtklassement.

Kurz nach den Frauen kam auch das Männerboot in Düsseldorf an. Mit 2:36:48 (Zwischenzeit 1:05:15) platzierten sie 6. in ihrer Klasse und 84. insgesamt.

In guter Steeler Manier wurden dann mit den Ruderkameraden auf dem Bootsplatz des Ruderclubs Germania Düsseldorf angestoßen und die Geschehnisse des 44. Rheinmarathons besprochen.

Vielen Dank an die ausrichtenden Vereine in RTHC Bayer Leverkusen e.V. und Ruderclub Germania Düsseldorf 1904 e.V., die Steuerleute Leonvom Kölner Club für Wassersport e.V. und Holger vom Wasser-Sport-Verein Düsseldorf, Rudergesellschaft von 1893 e.V., und an den Crefelder Ruder-Club 1883 e.V für das Leihen des Bootes "Mosel".

44. Rheinmarathon

Zurück

Zurück zur Übersicht...

Steeler Ruderverein