Tageswanderfahrt vom Steeler RV

Tageswanderfahrt vom Steeler RV zum RC Witten und zurück

Angefangen hat alles mit der Idee, unsere schöne Ruhr mal außerhalb bekannter Strecken zu berudern. Zusätzlich stand die Frage im Raum, ob jemals Steeler Ruderer weiter flussaufwärts als bis Blankenstein gerudert sind. Darauf gab es letztendlich keine schlüssige Antwort. Der Pioniergeist packte uns und so gingen wir unser „Projekt“ an. Wir wollten die ersten Steeler Ruderer sein, welche an einem Tag die Ruhr bis zum RC Witten hochrudern und auch wieder zurück, insgesamt 64km. Bei einer Eintagesfahrt würden wir uns außerdem den Personen- und Bootstransport sparen. Alles von unserem Steg aus war ein wichtiges und bequemes Argument für diese Fahrt. Letztendlich bestand unsere Crew aus Carina als Steuerkeule und Ben, Paul, Burkhard, Dirk H. und Sebastian als Ruderer. Damian und seine Tanja haben dankenswerterweise den Landdienst übernommen. Einiges Kopfzerbrechen machte uns die Stromschnelle an der Isenburg. Bei einer Radtour am Wochenende vorher schaute sich Paul diese Stelle noch mal in Ruhe an. Der Pegel Hattingen war bei 1,10m und es war nicht klar, ob man dort gegen die kräftige Strömung durchkommen würde. Na ja, man könnte zur Not auch diese eine Buhne umtragen, war der Gedanke.

Am Samstag, den 16. August 2014 trafen wir uns alle morgens 7 Uhr im Verein, trafen die letzten Vorbereitungen und begannen 8 Uhr unsere Fahrt. Das Wehr Vogelsang war schnell erreicht und passiert. Am Wehr in Bochum-Dahlhausen mussten wir eine kurze Pause machen, da es leicht anfing zu regnen. Zum Glück war die Gaststätte vom SV Bochum-Dahlhausen bereits offen. Was machen Steeler Ruderer in solchen Pausen? Eine Runde Bier bestellen, immerhin hatten wir ja schon geschwitzt. Pauls Ansage, Bier erst bei Halbzeit oder wenigstens erst nach der „Schicksals-Stelle“ an der Isenburg, war bereits hinfällig. Vielleicht tranken wir uns ja auch Mut an für die kommende Strecke nach Hattingen – die schwierigste Etappe der gesamten Tour.

Der Pegel Hattingen stand bei 1,57m. Wir waren uns einig, die berüchtigte Engstelle an der Isenburg durchzurudern (viele Mannschaften sind dort schon gescheitert). Zunächst war die Ruhr zunächst noch sehr ruhig. Bald wurde das Wasser lebhafter und wir näherten uns der besagten Stelle. Jetzt galt es Gas zu geben! Carina feuerte uns nach Kräften an und man konnte am Ufer sehen, dass wir immer noch vorwärts kamen. Wir kamen gut durch das unruhige Kabbelwasser bis zur „Stufe“. Dieser Absatz im Fluss war die nächste Herausforderung. Der Widerstand wurde größer und wir erhöhten noch einmal die Schlagzahl. Nach einigen Schlägen „fast-auf-der-Stelle-Ruderns“, aber dank zusätzlicher Anfeuerungen durch unseren Landdienst bewältigten wir dieses Hindernis. Der schwierigste Teil unserer gesamten Tour war jetzt schon bereits geschafft. Die Freude und der Stolz darüber waren groß.

Der nächste Stopp war das Wehr in Hattingen. Boot auskippen und kurze Pause. Wir trafen einige Ruderer des Hattinger RV. Alle schauten etwas ungläubig, als sie uns ruhraufwärts rudern sahen. Diese verständnislosen Blicke begleiteten uns die gesamte Hochtour. Wahrscheinlich waren wir wirklich bisher die einzigen Ruderer, welche die Leute dort eine Wanderfahrt nach „oben“ haben machen sehen. Das Wehr Blankenstein war nicht leicht zu überwinden. Anlegen ohne Steg war noch harmlos. Dann aber musste das komplette Boot 150m weit getragen werden. Aber auch das konnte uns nicht aufhalten und es ging weiter durch schöne Landschaft bis zum Wehr Kemmnade. Vom Kemmnader See hatten wir die Info, dass er wieder durchfahrbar sei. Vorher hieß es, der See sei zugewuchert und unpassierbar. Die Fahrrinne war breit genug und wir konnten problemlos den See überqueren bis zum Wehr in Herbede. Dort war leider die Bootsgasse nicht in Betrieb und wir mussten unser Boot noch einmal umtragen. Bevor es weiterging, sagte uns der Blick auf unsere Uhren, dass wir es bis zur Deadline 14:30 nach Witten schaffen können. Das motivierte uns noch einmal und so ging die letzte Etappe der Hochtour schnell vorbei.

Tatsächlich, Punkt 14:30 legten wir am unteren Steg des RC Witten an und der Landdienst stand schon mit einer leckeren Runde Bier am Steg. DAS war ein Timing!!! Danach zogen wir uns um und wir machten eine verdiente Pause auf der schönen Terrasse des Ruderclubs.

Nach einer Stunde traten wir die Rückfahrt an. Die Strömung half nun sehr, es ging deutlich schneller voran und wir hatten viel Zeit, die schöne Landschaft zu genießen. Das Passieren der Wehre und unsere Wechsel klappten reibungslos. Die gesamte Rücktour war ein einziger Lohn für die Anstrengung der Hochfahrt. Alle freuten sich schon auf die Engstelle an der Isenburg, welche bergab mit Geschwindigkeit viel Spaß und Action versprach. Wie beim Rafting ging es dann auch zügig und turbulent dort durch. Etwas nass sind wir zwar geworden, aber das war uns egal. Das Grinsen ging uns auch den Rest der Fahrt nicht mehr aus dem Gesicht. Am vorletzten Wehr in Bochum-Dahlhausen hatte unser Landdienst Tanja und Damian zur längeren Pause geladen und sogar den Grill angeworfen. Die Beiden waren für die gesamte Fahrt ein Glücksgriff! Bei jedem Stopp waren die Beiden stets vorher da. Es gab immer gute Laune, Hilfe und genug zu trinken. Tolle Fotos haben sie auch geschossen. Von allen Stopps und sogar zwischendurch (spektakuläre Videos/Fotos von der Stromschnelle an der Isenburg). Das war ein Traum von Landdienst – Endstufe - tausend Dank noch einmal dafür!

Zum Schluss waren alle stolz und froh, diese Fahrt mitgemacht zu haben. Unsere Ruhr ist dort oben auch wunderschön und das war sicher nicht das letzte Mal, dass wir dort gerudert sind.

Wanderfahrt 2014

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Steeler Ruderverein