Bericht Unser Ruderrevier

Unser Ruderrevier befindet sich auf dem Fluss RUHR und beginnt bei Ruhrkilometer 47,4 am Vogelsanger Wehr in Essen-Steele-Horst. Direkt unterhalb des Wehrs, auf der Horster Ruhrseite (Steuerbord), befindet sich das Wasserkraftwerk Horster Mühle. Dieses ist Teil der Route der Industriekultur.

Das Areal, auf dem sich das Wasserkraftwerk befindet, wurde 1910 von Wilhelm Vogelsang ersteigert und mit mehreren Fabrikgebäuden bebaut. Heute ist nur noch der Schornstein der Carbidfabrik erhalten, der immer noch den Schriftzug „W. Vogelsang“ trägt. Das Wasserkraftwerk wurde 1971 stillgelegt. 1985 erwarb der Bauunternehmer Franz Rudolph das denkmalgeschützte Gebäude für symbolische 1,00 DM und setzte es wieder instand. Seit 1989 ist das Wasserkraftwerk wieder in Betrieb, dies führt teilweise dazu, daß eine starke Strömung von Steuerbord vorhanden ist, wenn mehrere Tore des Kraftwerks geöffnet sind.

Ein kurzes Stück ruhrabwärts, bei Ruhrkilometer 46,2, verbindet die Schwimmbrücke Holtey die Stadtteile Essen-Burgaltendorf / Essen-Überruhr mit Essen-Steele-Horst.

Seit 1901 verband an dieser Stelle eine teils fest verankerte, teils auf Pontons schwimmende Brücke die Stadtteile. Auf der Burgaltendorfer- / Überruhr-Seite (Backbord) befand sich früher ein Kassenhäuschen mit einer Schranke. Um die Brücke zu überqueren war eine staatlich genehmigte Gebühr von 5 Pfennig fällig. Daher wurde die Brücke früher auch „5-Pfennig-Brücke“ genannt.


1958 wurde die alte Brücke abgerissen und im März 1982 mit dem Neubau der jetzigen Schwimmbrücke begonnen, die am 21. September1982 eröffnet wurde.

800 Meter unterhalb der Schwimmbrücke, bei Ruhrkilometer 45,4, befindet sich auf der Überruhr-Seite (Backbord) immer noch die Einfahrt in den alten Holteyer Hafen.

Dieser wurde 1837/38 als einer der ersten echten Häfen an der Ruhr erbaut und bis 1880 genutzt. Er wurde bei Unwettern, Niedrig- oder Hochwasser sowie bei Eisgang als Sicherheitshafen und auch zur Überwinterung der Kohleschiffe und Ruhraaken genutzt.
Heute ist das ehemalige Hafenbecken, das wie auch die Brücke und der noch vorhandene Teil des alten Leinpfads seit 1988 unter Denkmalschutz steht, nur noch als Wasserfläche erkennbar. Die früheren Hafenanlagen sind nicht mehr vorhanden.

Ruhrabwärts, unterhalb der Buhnen, auf der Steeler-Seite (Steuerbord) befindet sich in einiger Entfernung zur Ruhr die Glashütte Wistoff.
1723 wurde durch Friedrich Wilhelm I die Errichtung der „königlich privilegierten Glasmanufaktur“ genehmigt. Da bereits zu dieser Zeit Steinkohle im Ruhrgebiet abgebaut wurde, war die Glashütte eine der Ersten im Westen Deutschlands die mit Hilfe dieses Brennstoffes produzieren konnte. Nach einer wechselvollen Geschichte übernahm 1820 Friedrich Ignatz Wistoff die Hütte und machte sie zu einer der Bedeutendsten im Ruhrgebiet. Nach dem zweiten Weltkrieg war Wistoff, im Juni 1945, das erste Unternehmen in Nordrhein-Westfalen das wieder die Produktion aufgenommen hat.

Bei Ruhrkilometer 44,1 überquert die Ruhrbrücke Steele die Ruhr.

Durch den aufkommenden Ruhrbergbau wurde es im 19. Jahrhundert notwendig ein wirtschaftliches Transportmittel zu finden. Daher wurde 1840 mit der Planung und ab 1844 mit dem Bau der Verbindung von Steele über Langenberg nach Elberfeld begonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt endete die Bahnverbindung an der Ruhr und es befand sich an der Stelle der jetzigen Brücke eine Fähre.

Die im Juni 1863 in Betrieb genommenen zwei nebeneinander stehenden Brücken wurden kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges am 08. April 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Nach dem Krieg wurde lediglich eine der früheren Brücken wieder aufgebaut. Durch die Sprengung befinden sich auch heute noch tiefe Krater im Flussbett, was dazu führt, dass sich gerade bei erhöhtem Pegel oder Hochwasser an dieser Stelle - teils kräftige - Strudel bilden.

Von der Ruhrbrücke sind es dann nur noch 300 Meter bis zur Kurt-Schumacher-Brücke, Ruhrkilometer 43,8, und unserem Verein, der direkt neben der Brücke auf der Steeler-Seite (Steuerbord) liegt.


1886 wurde der Fährbetrieb an dieser Stelle der Ruhr eingestellt und die erste Steeler Ruhrbrücke dem Verkehr übergeben. Sie war damals eine wichtige Handelsverbindung zwischen dem Bergischen Land und dem Hellweg und daher wurde von jedem Benutzer ein Brückengeld erhoben. Ab November 1907 wurde die Brücke dann auch von einer Straßenbahnlinie genutzt. 1923, 19 Jahre nach Gründung unseres Vereins, wurde die Brücke von französischen Truppen besetzt. Ab 1931, nach Abriss des Zöllnerhauses, konnte die Ruhrbrücke gebührenfrei überquert werden.
Ebenso wie die ruhraufwärts gelegenen Eisenbahnbrücken wurde die Ruhrbrücke am 8. April 1945 gesprengt.

1953 wurde mit dem Neubau der Brücke begonnen, die am 19.06.1954 feierlich eröffnet wurde. Den Namen „Kurt-Schumacher-Brücke“ erhielt sie 1982, dem ersten SPD-Vorsitzenden nach dem zweiten Weltkrieg zu Ehren.
 

Unser Steeler Ruder-Verein e.V. wurde 1904 von Dr. W. Ostermann und 27 Steeler Bürgern gegründet. Bereits 1905 befand sich an der Stelle, an der auch jetzt noch unser Bootshaus steht, der erste Holz-Bootsschuppen mit einem Sechser und einem Achter als Bootspark. Das Steinbootshaus wurde 1922 in Betrieb genommen und im Laufe der Jahre immer wieder erweitert und umgebaut. Die zweite Bootshalle feierte im Dezember 1978 Richtfest. Im Rahmen des letzten großen Umbaus im Jahr 2005 wurde an das Bootshaus die Ruhrterrasse angebaut, die einen direkten Zugang zur Ruhrpromenade hat. Gerade hier auf der Terrasse, wo natürlich auch für das körperliche Wohl gesorgt wird, lassen sich schöne Stunden verbringen.

Von unserem Verein sind es dann noch 1,8 Kilometer, bis man bei Ruhrkilometer 42,0 das Spillenburger Wehr, und somit das Ende unseres Ruderreviers, erreicht.


Die alte Schleuse, die durch Bergbausenkungen funktionsunfähig geworden war, existiert heute in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr. Sie wurde verfüllt und ist als Denkmal erhalten geblieben. Sie befand sich auf der Überruhr-Seite (Backbord). Dort befindet sich auch heute noch das - ab 1990 aufwändig restaurierte - Schleusenhaus. Die neue Schleuse, mit der daneben befindlichen Bootsgasse, befindet sich auf der Steeler-Seite (Steuerbord).

Steeler Ruderverein